Bausparen

Auch wenn Bausparen heute oft den Ruf hat etwas angestaubt zu sein, so ist es dennoch in Deutschland ein gängiger und üblicher Pfeiler der Baufinanzierung. Der grundsätzliche Gedanke, der hinter dem Bausparen steckt ist einfach und nachvollziehbar. Zunächst muss ein gewisses Guthaben aufgebaut werden. Die Zuteilung erfolgt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ausgezahlt wird dann meist die gesamte Bausparsumme, welches sich aus dem tatsächlichen Bausparguthaben und dem gewährten Bauspardarlehen zusammensetzt. Anschließend folgt die Darlehensphase, in welcher das Bauspardarlehen nach bestimmten Konditionen zurückgezahlt wird.

Hier finden Sie die Vor- und Nachteile des Bausparens zusammengefasst.

Was Sie beachten sollten:

Der größte Vorteil des Bausparens besteht darin, dass man bereits viele Jahre vor dem Bau oder Kauf des Eigenheims sich ein zinsgünstiges Darlehen sichern kann. Aktuell bieten jedoch manche Hypothekenkredite weit attraktivere Zinsen als Bauspardarlehen. Diese Form der Finanzierung kann also durchaus auch Nachteile mit sich bringen.

Im Folgenden haben wir für Sie die wichtigsten Themen rund um das Bausparen zusammengestellt. Lesen Sie, was Sie während der einzelnen Phasen des Bausparens beachten sollten und ob Sie auch beim Bausparen die Möglichkeit haben sich staatliche Unterstützung zu sichern

1. Vertragsabschluss

Bereits bei Vertragsabschluss wird die Bausparsumme festgelegt. Diese setzt sich aus dem tatsächlichen Bausparguthaben und der Nettodarlehenssumme zusammen. Ebenso legt man sich auf einen Tarif fest, in welchem folgende Punkte geregelt sind: Höhe der Guthabenverzinsung, Mindestansparsumme, Mindestlaufzeit und Darlehenszins. Ebenso wird die Gebühr festgelegt, welche bei Vertragsabschluss fällig wird. Der Bausparer kann also bereits bei Vertragschluss genau sehen, wie hoch die monatliche Rate für die Rückzahlung des Darlehens ausfallen wird.

Tipp:

Am besten erteilen Sie gleich zu Vertragsbeginn der Bausparkasse einen Freistellungsauftrag. So können Sie sicher sein, dass die Guthabenzinsen nicht versteuert werden müssen.

2. Sparphase

Es gibt verschiedene Möglichkeiten während der Sparphase Kapital anzusammeln. Zum Beispiel kann man jeden Monat einen gleich bleibenden Betrag einzahlen oder aber auch von Zeit zu Zeit größere Einzahlungen tätigen. Es ist sogar möglich das gesamte Mindestguthaben mit einer Einzahlung einzubringen. Die Höhe des Mindestguthabens liegt meist zwischen 40 % und 60 % der Bausparsumme. Die meisten Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 18 Monaten. Das bedeutet, dass in dieser Zeit der Bausparvertrag nicht zugeteilt werden kann.

Der Bausparer erhält am Ende des Jahres einen Kontoauszug, auf welchem alle Einzahlungen und die fälligen Zinsen aufgeführt sind. Ebenfalls erhält er das Formular zur Beantragung der Wohnungsbauprämie. Die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage muss bei der jährlichen Steuererklärung rückwirkend, für das vergangene Jahr, beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.

3. Zwischenfinanzierungen

Zwischenfinanzierungen sind eine übliche Praxis, da Bausparkassen keine konkreten Aussagen machen können und dürfen, wann ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Man unterscheidet hierbei zwischen Vorfinanzierungskrediten und Zwischenkrediten. Wird das Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet, werden beide Kredite in Höhe der Bausparsumme abgeschlossen und durch die letztendliche Zuteilung der Bausparsumme abgelöst. Die Zwischenfinanzierung ist als eine gute Möglichkeit für den Bausparer, die Darlehenssumme zu nutzen, auch wenn er vertragsgemäß noch nicht über das Geld aus dem Bausparvertrag verfügen kann. Zur Sicherheit gibt der Bausparer seine Rechte aus dem Bausparvertrag an den Kreditgeber ab. Eine entsprechende Grundschuld wird ins Grundbuch eingetragen.

Eine Vorfinanzierung wird durchgeführt, wenn im Bausparvertrag die erforderliche Höhe an Mindestsparguthaben als Zuteilungsvoraussetzung noch nicht erreicht ist.

Der Zwischenkredit kann eingesetzt werden, wenn der Bausparvertrag zwar gefüllt, aber noch nicht zuteilungsreif ist.

4. Zuteilung

Der Zuteilung des Bausparvertrags liegen verschiedene Voraussetzunge zu Grunde, welche alle zu einem bestimmten Stichtag erfüllt sein müssen, um die Zuteilung möglich zu machen. Zu diesen Voraussetzungen gehören zum Beispiel das Mindestsparguthaben und die Mindestsparzeit. Ebenfalls muss die Bewertungszahl erreicht sein. Diese Bewertungszahl wird von der Bausparkasse aus verschiedenen Aspekten errechnet. Übrigens wird der Bausparvertrag nur zugeteilt, wenn die Zuteilung vom Bausparer bei der Bausparkasse beantragt wurde. Es ist möglich, je nach Anbieter und Tarif, dass sie an die Zuteilung eine bestimmte Ruhephase anschließt. Manchmal wird jedoch auch direkt ausgezahlt.

5. Auszahlung

Bei der Auszahlung des Bausparvertrags kann unter verschiedenen Varianten gewählt werden. Wenn man auf das Bauspardarlehen verzichtet erhält man das eingezahlte Kapital zuzüglich der Zinsen ausbezahlt. Die Auszahlung dieser Summe ist nicht an bestimmte Zwecke gebunden und steht zur freien Verfügung. Wer das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen möchte, kann dies nur zu wohnwirtschaftlichen Zwecken einsetzen.

Die Höhe des gewährten Darlehens kann ganz unterschiedlich sein. Im Normalfall ergibt sich die maximale Darlehenssumme (netto) aus der Differenz zwischen der vereinbarten Bausparsumme und dem tatsächlichen Bausparguthaben. Ausgezahlt wird dann die gesamte Bausparsumme.

Es ist jedoch auch möglich ein höheres Bauspardarlehen zu erhalten, wenn dies im Vertrag vereinbart worden ist. Im Nachhinein kann die Bausparkasse eine höhere Auszahlung auch mit der Zustimmung der BaFin gewähren.

In Ausnahmefällen kann lediglich ein Teilbetrag vom Bausparer in Anspruch genommen werden. Auch dies muss entweder vertraglich geregelt sein oder von der BaFin genehmigt werden.

Achtung:

Für die Gewährung der Arbeitnehmersparzuglage ist eine Laufzeit von sieben Jahren vorgeschrieben. Falls diese zum Zuteilungszeitpunkt noch nicht erreicht sein sollte, wird das Finanzamt eine bereits gezahlte Zulage zurück verlangen. Dies gilt übrigens im Normalfall auch für die Wohnungsbauprämie. Nach diesen sieben Jahren kann der Bausparer jedoch völlig frei über die bereits ausgezahlten Mittel verfügen.

Gut zu wissen!

Die Bausparkasse hat das Recht die Auszahlung des Darlehens teilweise oder ganz zu verweigern. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn man davon ausgehen kann, dass die Rückzahlung des Darlehens für den Bausparer nicht möglich ist oder der Kredit nicht abgesichert werden kann.

6. Darlehensphase

Für den Übergang in die Darlehensphase ist es notwendig, dass Bausparer und Bausparkasse einen Darlehensvertrag schließen. Dies ist deshalb notwendig, weil zu Vertragsbeginn noch nicht feststeht, ob das Bauspardarlehen tatsächlich in Anspruch genommen wird oder die Bausparkasse das Darlehen genehmigen wird. Nach Abschluss des Darlehenvertrags wird normalerweise die gesamte Bausparsumme an den Bausparer ausbezahlt.

In der Darlehensphase wird vom Darlehensnehmer eine monatliche Rate an die Bausparkasse gezahlt. Die Darlehensrate setzt sich aus Zins- und Tilgungsanteil zusammen. Damit geht die Tilgung wie bei einem Annuitätendarlehen von statten. Jedoch sind Sondertilgungen jederzeit und problemlos möglich. Auch in der Darlehensphase erhält der Darlehensnehmer einen jährlichen Kontoauszug, in welchem er über Tilgungs- und Zinsleistungen informiert wird.

Für die Rückzahlung des Bauspardarlehens wird im Normalfall weitaus weniger Zeit benötigt, als bei einer herkömmlichen Baufinanzierung. Dies liegt an dem Hohen Anteil der Tilgung. Je nach Anbieter und Tarif kann der Darlehensnehmer bereits nach acht bis zwölf Jahren das Darlehen abbezahlt haben.

7. Staatliche Förderung

Auch beim Bausparen gibt es die Möglichkeit einer staatlichen Förderung, welche in Anspruch genommen werden kann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Zum 01.01.2006 ist die Eigenheimzulage abgeschafft worden und kann so für zukünftige Bauherren nicht mehr in Anspruch genommen werden. Wer jedoch vor dem 01.01.2006 mit dem Bau eines Hauses begonnen oder den Kaufvertrag einer Immobilie unterschrieben hat, hat sich noch die Zahlungen für den gesamten Förderzeitraum (acht Jahre) gesichert.

Dabei gelten folgende Bemessungsgrenzen:

140.000,00 € für Eheleute im 1. Förderungsjahr, zuzüglich 30.000,00 € für jedes Kind
70.000,00 € für Unverheiratete in den ersten zwei Jahren, zuzüglich 30.000,00 € für jedes Kind

Baufinanzierungspool24 und Bausparen

Obwohl Baufinanzierungspool24 selbst keine Bausparverträge vermittelt, können Sie sich mit unserem Konstant-Darlehen alle Vorteile eines Bausparvertrages sichern. Sie profitieren also von einem langfristigen, gleich bleibend niedrigen Zinsniveau. Die Laufzeit des Darlehens ist auf 28 Jahre festgelegt und somit etwas länger als bei einem normalen Bausparvertrag.

Die Vorteile der Kombination von Bauspardarlehen und Vorfinanzierung

  • Konstante Raten von der Auszahlung des Darlehens bis zu seiner Tilgung
  • Ausschluss von Zinsunsicherheiten
  • Möglichkeit der staatlichen Förderung durch den Bausparanteil
  • Vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber können die monatliche Rate reduzieren

Insgesamt ergibt sich also ein hohes Maß an Sicherheit und Planbarkeit für den Darlehensnehmer.

Es ist jedoch nicht möglich in diese Darlehensform bereits bestehende Bausparverträge einzubinden. Am besten nutzt man diese um das Eigenkapital aufzustocken oder Sondertilgungen zu leisten.

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