Mietverträge

In einem Mietvertrag sind alle Rechte und Pflichten von Mieter und Vermieter geregelt. Auch wichtige Vereinbarungen wie zum Beispiel Kaution oder Miethöhe sind hier schriftlich verankert. Soll der Mietvertrag länger als ein Jahr gelten, muss dieser in Schriftform abgeschlossen werden.

Folgende Punkte müssen zwingend in einem schriftlichen Mietvertrag enthalten sein:

  • Namen der Vertragsparteien
  • Bezeichnung von dem Haus oder der Wohnung (Anschrift, Lage, Etage)
  • Höhe der Miete
  • Beginn des Mietverhältnisses

Der Mietvertrag muss von beiden Parteien unterzeichnet werden.
Häufig werden vorformulierte Verträge, wie sie zum Beispiel von Verbänden angeboten werden, für die Vermietung verwendet. Diese haben den Vorteil, dass sie aktuelle Gesetzesänderungen berücksichtigt haben und alle wichtigen Punkte enthalten sind.
Es gibt unterschiedliche Formen von Mietverträgen, die sich nach Laufzeit und Miethöhe unterscheiden. Die wichtigsten haben wir hier aufgeführt:

Unbefristeter Mietvertrag

Ein unbefristeter Mietvertrag wird, wie der Name schon sagt, auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Dabei gelten für beide Vertragspartner die gesetzlichen Kündigungsfristen, nach Mietrechtsreformgesetz für Mieter und Vermieter jedoch von unterschiedlicher Dauer.

Kündigungsfristen für Vermieter:

Mietdauer bis zu 5 Jahre: 3 Monate
Mietdauer zwischen 5 und 8 Jahren: 6 Monate
Mietdauer über 8 Jahre: 9 Monate
Mietdauer mehr als 10 Jahre: 12 Monate

Kündigungsfristen für Mieter:

Nach Mietrechtsreformgesetz: 3 Monate
Der Vermieter muss eine ordentliche schriftliche und begründete Kündigung aussprechen. Als ‚berechtigtes Interesse’ gilt zum Beispiel die Anmeldung von Eigenbedarf. Dieser liegt vor, wenn der Vermieter den Wohnraum für sich selbst oder eine, dem Hausstand angehörende, Person oder für einen Familienangehörigen benötigt. Für den Eigenbedarf müssen nachvollziehbare, vernünftige Gründe angeführt werden. Das Vortäuschen von Eigenbedarf macht den Vermieter schadensersatzpflichtig.
Ist ein Mietvertrag befristet, ist in der Regel eine ordentliche Kündigung nicht möglich.

Zeitmietvertrag

Bei einem Zeitmietvertrag wird das Mietverhältnis von vorneherein bis zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen. Eine ordentliche Kündigung ist nicht möglich, das Recht zur außerordentlichen Kündigung bleibt jedoch bestehen.
Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Mietzeit, kann der Mieter darauf bestehen, dass das Mietverhältnis fortgesetzt wird, wenn er dies dem Vermieter zwei Monate vor Ablauf des Mietvertrags anzeigt.
In diesem Fall kann das Mietverhältnis nur dann beendet werden, wenn ein ‚berechtigtes Interesse’ an der Kündigung nachgewiesen werden kann. Wird ein so genannter qualifizierter Zeitmietvertrag geschlossen, kann eine Verlängerung des Mietverhältnisses von vorneherein mit Begründung ausgeschlossen werden.
Nach neuem Mietrecht sind nur noch qualifizierte Zeitmietverträge zulässig. Das bedeutet, dass der Vermieter sein berechtigtes Interesse an der Befristung schon bei Vertragsschluss nachweisen muss.

Staffelmietvertrag

Im Staffelmietvertrag wird eine jährliche Steigerung der Miete bereits vorab vereinbart. Die Steigerung kann sowohl prozentual als auch um bestimmte, festgelegte Beträge erfolgen. Zwischen den einzelnen Mietsteigerungen muss mindestens ein Zeitraum von einem Jahr liegen.