Bereitstellungszinsen

Wer eine Immobilie kaufen möchte und einen Darlehensvertrag abgeschlossen hat, erhält den Kaufpreis meist kurzfristig nach Abschluss. Manchmal ist dies jedoch nicht der Fall, wenn man zum Beispiel eine Immobilie von einem Bauträger kauft, welcher den Preis erst im Laufe des Baufortschrittes in Rechnung stellt. Oder man benötigt den Darlehensbetrag nicht auf einmal, sonder in mehreren Teilbeträgen, wenn man zum Beispiel ein Haus baut und Zahlungen zum Ende der unterschiedlichen Bauabschnitte anfallen. In diesen, oben aufgeführten Fällen, kommen weitere, oft unerkannte, Kosten auf Sie zu: Die Bereitstellungszinsen.

Bereitstellungszinsen – was ist das?

Unter Bereitstellungszinsen versteht man die Gebühren, welche vom Kreditinstitut auf Darlehensteile, welche noch nicht abgerufen wurden, berechnet werden. Das Kreditinstitut gleicht damit den Verlust aus den fehlenden Zinseinnahmen, für den zugesicherten Darlehensbetrag, aus. Diese Bereitstellungszinsen fallen nach einem gewissen Zeitraum an. Dieser Zeitraum wird auch als ‚bereitstellungszinsfreie Zeit’ bezeichnet.

Schon bei der Finanzierungsplanung und der Wahl des richtigen Kreditinstituts sollte man die Bereitstellungszinsen im Auge behalten, denn es gibt zwischen den Instituten teils nicht unerhebliche Unterschiede. Manche Bank erhebt schon nach einem Zeitraum von zwei Monaten Bereitstellungszinsen während andere Institute bereitstellungszinsfreie Zeiten von bis zu einem Jahr, ohne zusätzlichen Aufschlag, anbieten.

Auch die Höhe der Bereitstellungszinsen kann sehr unterschiedlich sein und bewegt sich ca. zwischen 2,4 % und 3,0 % pro Jahr. Das folgende Beispiel zeigt, dass die Bereitstellungszinsen einen günstigen Kredit empfindlich verteuern können. Am besten betrachtet man diese möglichen Kosten der Bereitstellungszinsen schon von Anfang an.
Ihr Finanzierungsberater von Baufinanzierungspool24 wird auf Basis Ihrer persönlichen Finanzierungsanfrage Sie über dieses wichtige Thema informieren und eine optimale Lösung für Sie finden.

Beispiel für die Auswirkung von Bereitstellungszinsen

Auf den ersten Blick ist nur schwer zu erkennen, welcher Anbieter das günstigere Modell hat. Um eine Grundlage für einen realistischen Vergleich zu haben, sollte man betrachten wie hoch die jeweilige Restschuld nach Beendigung der Sollzinsbildung ist. Um die beiden, oben gezeigten, Modelle miteinander vergleichbar zu machen werden die Bereitstellungszinsen bei Modell 2 auf den Nettodarlehensbetrag aufgeschlagen.

Also:

Nettodarlehensbetrag+ Bereitstellungszinsen (0,25% x 6 Monate = 1,5 % des Nettodarlehensbetrages)

Oder in Zahlen ausgedrückt:

100.000 Euro + 1,5% = 101.523 Euro

Für eine bessere Vergleichbarkeit, sollte man auf jeden Fall von gleichen monatlichen Raten ausgehen. In folgendem Beispiel berechnet sich diese so: 5,0% Zins + 1,1% Tilgung x 101.523 Euro = 508 Euro Monatsrate